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Presseinformation Nr. 9 / 2019
NST: Digitalpakt Schule Ein guter Anfang - mehr aber auch nicht

Der Niedersächsische Städtetag reagiert einerseits erfreut über die Einigung zum Digitalpakt zwischen Bund und Ländern, andererseits besteht große Sorge über den weiteren Verlauf und die weitere Finanzierung der Schulen im Hinblick auf die Digitalisierung. „Der Digitalpakt ist eine klassische Anschubfinanzierung. 30.000 Euro pro Schule sind ein Anfang, decken jedoch nicht ansatzweise die Kosten der Schulträger, die notwendig sind, um die Schulen zu digitalisieren.“ erklärte Oberbürgermeister Ulrich Mädge, Präsident des Niedersächsischen Städtetages.

Dringend, so der Niedersächsische Städtetag, muss das Land sich zur künftigen Finanzierung der DV-Administration an Schulen äußern. „Es sieht danach aus, als ob das Land davon ausgeht, dass der Zuwachs der DV-Adminstration stillschweigend von den Kommunen getragen wird. Wir fordern das Land auf, dies als gemeinschaftliche Aufgabe anzuerkennen und den finanziellen Zuwachs gemeinsam zu tragen.“ so Oberbürgermeister Frank Klingebiel, Vizepräsident des Niedersächsischen Städtetages.

Die Mittelvergabe muss aus Sicht des Niedersächsischen Städtetages unbürokratisch an die Schulträger weitergegeben werden. „Wir erwarten eine Verteilung nach Schülerzahlen und nicht nach Schulen.“ führt Oberbürgermeister Ulrich Mädge, Präsident des Niedersächsischen Städtetages, aus.

Hintergrund:

Landesweit haben viele Schulen in den vergangen Jahren unabhängig voneinander weitgehend individuelle Lösungen für ihre Schul-IT aufgebaut. Dies hat zu einer sehr heterogenen IT-Landschaft in den Schulen geführt, welche so vor dem Hintergrund neuer pädagogischer Anforderungen an die Medienbildung und die Medienkompetenzvermittlung weder aktuell noch zeitgemäß ist und sich mit vertretbarem administrativen Aufwand weder wirtschaftlich noch organisatorisch länger aufrechterhalten lässt. Die nachhaltige Sicherung neuer Medien an Schulen durch Beschaffung von schulischer Informationstechnik und Sicherstellung des IT-Betriebs wird zu einer Daueraufgabe für die Schulträger. Dafür sind dauerhaft finanzielle und personelle Ressourcen notwendig.

Vor diesem Hintergrund hat der Niedersächsische Städtetag hat eine Umfrage bei den Städten Hannover, Braunschweig, Osnabrück, Oldenburg und Wolfsburg durchgeführt. Diese Städte haben sich bereits auf den Weg gemacht, entsprechende Konzepte für die Digitalisierung zu erstellen und erste Erfahrungen mit Projektklassen gesammelt. Die fünf Städte haben zusammen 312 Schulstandorte mit insgesamt 152.728 Schülerinnen und Schülern. Für die Jahre 2019 bis 2024 sind folgende Kosten veranschlagt (hierbei handelt es sich um eine vorsichtige Kostenschätzung; es ist davon auszugehen, dass die Echtkosten höher ausfallen werden):

Insgesamt sind für alle Schulstandorte für die Digitalisierung der Schulen (für Breitbandanbindung, WLAN, Technik Unterrichtsräume, Tablets für Projektklassen, Tablets für Lehrer, sonstiges) Kosten in Höhe von 120 Mio. Euro geplant

· Pro Schule fallen somit rund 385.000 Euro an.

· Das entsprich einem Aufwand in Höhe von 785 € je Schüler/Schülerin.

· Die 30.000 Euro aus dem Digitalpakt decken damit weniger als 10 % der

Kosten ab.

Ausgehend von den Planungsdaten der genannten Städte ergibt sich für die Digitalisierung der Schulen im Land Niedersachsen ein hochgerechneter Investitionsbetrag in Höhe von rund 875 Mio. €. Dabei sind noch keine Folgekosten dieser Investitionen berücksichtigt.

Eine professionelle Betreuung der IT-Infrastruktur und der Anwender wird durch die steigende Komplexität der Netze und der wachsenden Anforderungen in den Schulen immer notwendiger, um aufgrund der zunehmenden Technikabhängigkeit des Unterrichtsbetriebs und durch störungsanfällige Systeme oder lange Ausfallzeiten keine spürbare Beeinträchtigung der pädagogischen Arbeit an den Schulen entstehen zu lassen. Die Höhe dieser Kosten kann zu diesem Zeitpunkt noch nicht beziffert werden.

Digitalisierung ist heute zu einer Normalität geworden und aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Aus diesem Grund muss sie vor allem in den Schulen zur Daueraufgabe werden. Einmalige Investitionen sind vor diesem Hintergrund nicht ausreichend.

13. März 2019

Ansprechpartner:

Dr. Jan Arning, Mobil: 0172 / 53975-16, E-Mail: arning@nst.de

Stefan Wittkop, Mobil: 0172 / 53975-13, E-Mail: wittkop@nst.de



Dokumente:

1409944_0 (PDF, 250 kB)


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Kontakt: teuber@nst.de